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Katzen

Millies Geschichte

Millie98Wir hatten den Nachbarn erzählt, dass wir gern eine Katze hätten. Und dann standen sie da, mit der Katze, die wir nie wollten: klein, scheckig, halb verhungert, verfloht, verwurmt und vermutlich schwanger.

Und sie guckte vertrauensvoll aus ihrer Box. Da hat dann die noch schnell rausgeschlagene Bedenkzeit und der in wenigen Tagen anstehende Urlaub auch nichts mehr geholfen: Eine Stunde später hatten wir eine Katze. Eine mit Vorgeschichte: Eigentlich war sie gleich um die Ecke mal eine typische Familienkatze gewesen. Dann Trennung: Der Mann zieht aus, ein neuer Lebensgefährte ein, schickes Auto, schicker Hund – nur die Katze passte nicht mehr ins Bild. Und wurde dann eben nicht mehr ins Haus gelassen. Und nicht mehr gefüttert: Irgendwann muss sie doch einfach verschwinden!

Aber Millie blieb. Der kleine Junge hat ab und zu noch von seinem Taschengeld heimlich Futter gekauft. Trotz Verbot: So geht die doch nie weg!

Weg kam sie erst durch die Nachbarn, die das nicht mehr mit ansehen konnten. Und so kamen wir zu der Katze, die wir nie wollten. „Eigentlich sollte das ein großer getigerter Kater werden“, habe ich der Tierärztin erzählt, die am nächsten Tag feststellte, dass Millie nicht nur halb verhungert, verfloht, verwurmt sondern auch tatsächlich schwanger war.Millieplüsch

„Das ist ja mal gründlich daneben gegangen“, attestierte die Tierärztin und bot Hilfe bei der Vermittlung des Nachwuchses an: „Viele werden das sowieso nicht werden bei ihrem Zustand.“

Es wurde eins und das kam nicht wie erwartet in ein paar Wochen sondern wenige Tage später zur Welt. Das Drama blieb an unserer Nachbarin und zukünftigen „Katzenoma“ Edith hängen: „Fahrt ruhig in Euren Urlaub – ich kümmere mich um die Katze, wichtig ist, dass sie jetzt ein Zuhause hat“.

Also sind wir gefahren und Edith durfte das Blutbad ausbaden. Ein kleiner roter Tiger wurde tot geboren, Millie bekam Blutungen, Millie bekam Fieber. Und Edith hat alles geregelt.

Als wir nach hause kamen blieb uns nur noch, mit unserer Katze nachts das Haus nach ihrem Kleinen abzusuchen. Am nächsten Morgen habe ich ihr dann versprochen, dass ihre schlimmen Tage jetzt endgültig vorbei sind. Und eigentlich heißt sie erst ab diesem Tag Millie: Millie-Maus die Taschenkatze. 48Dass die Taschenkatze von um die sechs Pfund nicht ganz so harmlos ist wie vermutet, haben wir dann erst gemerkt, als sie den 11-Kilo-Kater von gegenüber vom Hof gejagt hat.

Und nach ihm jede Katze, die versucht hat, eine Pfote in ihr neues Revier zu setzen. Die Taschenkatze wurde zum Tiny Terror, zur einsamen Herrscherin über ein an allen Fronten verteidigtes Revier.

Und wir standen vor einer neuen Frage: Das Beste für alle Beteiligten wäre vermutlich eine zweite Katze – nur, wie regeln wir das mit Millie? Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte…

Panoramakater

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Diskussionen

Ein Gedanke zu “Millies Geschichte

  1. Millie ist aber eine sehr hübsche Katze mit traumhaften Augen.
    Ich finde es furchtbar, wenn die Menschen ihre Tiere so verwahrlosen und aussetzen.

    Verfasst von buchstabenmeer | 2. November 2013, 02:38
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